
Was wir machen:
Die AG Schadstoffe hat es sich zum Ziel gesetzt, die Thematik der Schadstoffe und vor allem Wissen zum schadstoffarmen Bauen sowohl dem Fachpublikum als auch der breiten Öffentlichkeit nahezubringen und für die Themen zu sensibilisieren.
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Hintergrund
Im Bauwesen werden mehrere 100.000 verschiedene Stoffe verwendet. Nur für eine geringe Anzahl – für weniger als 1/1000 – liegen Risikoabschätzungen vor. Einige der Stoffe können von der Produktion über die Verarbeitung bis zur Entsorgung – abhängig von der Konzentration und der Wechselwirkung verschiedener Substanzen – schädlich für Mensch und Umwelt sein.
Schadstoffe sind oft unsichtbar und nicht immer am Geruch zu erkennen. In Bestandsgebäuden lassen sich oft Schadstoffe wie z.B. Asbest, PCB oder PAK finden, die mittlerweile reguliert oder deren Neueinsatz verboten wurde. Bei Sanierungen müssen diese Altlasten teuer entsorgt werden.
Aber auch in neuen Baustoffen können zahlreiche schädliche Stoffe, beispielsweise in Form von Lösemitteln, Flammschutzmitteln oder Bioziden, vorhanden sein. Gesundheitliche Beeinträchtigungen können beim Überschreiten der Vorsorge- bzw. Grenzwerte ausgelöst werden: Bei erhöhter Konzentration einzelner Stoffe oder auch in Kombination mit den Inhaltsstoffen verschiedener Baustoffe können sich akute oder teilweise auch chronische Beschwerdebilder entwickeln. Nachweise können über Stoffproben und Raumluftmessungen erfolgen. Im Neubau sollte daher die Schadstoffarmut Grundlage einer jeden Planung sein.
Ziele
Die AG Schadstoffe hat es sich daher zum Ziel gesetzt, die Thematik der Schadstoffe und vor allem Wissen zum schadstoffarmen Bauen sowohl dem Fachpublikum als auch der breiten Öffentlichkeit nahezubringen und für die Themen zu sensibilisieren.
In den ersten Treffen wurden Handlungsfelder, Interessen und Kompetenzen zusammengetragen. Zu den dabei entwickelten Zielen gehören die Verankerung in der Lehre: von Schadstofferkundung im Bestand bis hin zur Planung von schadstoffarmen Neubauten, die Schadstoffdokumentation z.B. im Rahmen einer Gebäudezertifizierung oder bei der Produktkennzeichnung. Darüber hinaus wollen wir die Messtechnikkompetenz erhöhen und perspektivisch einen Erstdiagnose-Koffer aufbauen. Ein weiterer Fokus stellt den Austausch mit Kommunen zur Integration von Schadstoffarmut in öffentliche Gebäude, wie Schulen oder Kitas dar.
Netzwerk
Um die verschiedenen Handlungsfelder abzudecken, besteht unser Netzwerk aus Menschen mit verschiedenem beruflichem Background:
- Hochschule HTWK, Institut IBBS, FG Nachhaltig Bauen und Sanieren:
Prof. Björn Höhlig, Robin Berg, Björn Heiden (auch Bauzirkel) - Naturbau-Campus: Stephan de Bona, Baubiologe
- Bauzirkel Leipzig: Brit Gühne, Architektin und Baubiologin
- Josefine Kaiser, selbstständige Architektin, Energieberaterin und Baubiologin
Die AG Schadstoffe wurde im Frühjahr 2025 ins Leben gerufen. Im Rahmen der 2. Fachtagung „Nachhaltiges Bauen und Sanieren“ präsentieren wir uns erstmals der Öffentlichkeit. Im Vorfeld der Tagung erfolgte unter der Leitung von Stephan de Bona eine Raumluftmessung eines Seminarraums der HTWK. Die Ergebnisse sowie eine Vorführung einer beispielhaften Raumluftmessung erfolgen live während der Veranstaltung.